Ergonomie am Arbeitsplatz

Teil 4 – „Mach mal leiser“

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Lärm senkt die Effektivität - egal ob er von Geräten oder Kollegen verursacht wird. Gegenmaßnahmen oder besser ein Bürokonzept, das Belästigung durch Lärm von vornherein vermeidet, sind also eindeutig auch ein Gebot der Wirtschaftlichkeit.

Der Begriff Lärm läßt sich nicht objektiv definieren. Er bezeichnet ein Geräusch, das als unerwünscht, störend oder ärgerlich empfunden wird. Der Grad der Belästigung hängt von verschiedenen physiologischen und psychologischen Faktoren ab. Schallmessungen und vorgegebene Höchstwerte können also nur ein relativ schwaches Hilfsmittel sein, um Geräusche und ihre Auswirkungen auf die Menschen zu bewerten. Neben den physikalisch zu messenden Größen hängt der ‚Belästigungsgrad‘ eines Geräusches von vielen weiteren Kriterien ab.

LÄRMARTEN UND STRESS

Laut Arbeitsstättenverordnung soll der Beurteilungspegel am Bildschirmarbeitsplatz im allgemeinen höchstens 55 db(A) betragen. Der Beurteilungspegel wird aus einer Schallmessung über einen längeren Zeitraum ermittelt, es können also durchaus höhere Spitzen (z.B. Telefonklingeln) auftreten.

Gemessen wird die Lautstärke bzw. der Schalldruck in Dezibel (db). In die Schallmeßgeräte sind Filter eingebaut, die die Frequenzabhängigkeit der Lautstärkeempfindung berücksichtigen. Die A-Filterkurve (db(A)) kommt der subjektiv empfundenen Wahrnehmung am nächsten.

Zu beachten ist, daß das Maßsystem db(A) logarithmisch aufgebaut ist, d.h. schon scheinbar geringe Veränderungen des db(A)-Werts haben große Wirkung. Eine Erhöhung des Schalldruckpegels um 10 db(A) empfinden wir etwa als Verdoppelung der Lautstärke. Rein physikalisch bedeutet sogar schon eine Erhöhung um 3 db eine Verdoppelung des Schalldrucks.

Lärm verhindert konzentriertes Arbeiten, macht unzufrieden und verursacht Streß. Die Fehlerhäufigkeit steigt, die Motivation sinkt. Es lohnt sich also, bei der Büroplanung über den Geräuschpegel am Arbeitsplatz nachzudenken. Das mitzuhörende Gespräch erfüllt gleich mehrere Voraussetzungen für besonders unangenehme Geräusche: Es ist zeitlich nicht vorhersehbar und es hat einen hohen Informationsgehalt. Ein schwieriger Konflikt, denn schließlich ist Kommunikation an vielen Arbeitsplätzen eine der wesentlichen Tätigkeiten.

GEGENMASSNAHMEN

Spürbar weniger Lärm erreichen Sie durch

Wo der vorgeschriebene Grenzwert von 55 db(A) nicht einzuhalten ist, sind Maßnahmen zur Geräuschminderung notwendig. Ein Teil dieser Maßnahmen ist problemlos auch in bestehenden Einrichtungen umzusetzen.

Generell gilt: Wo die Situation unbefriedigend ist, kann und muß sofort gehandelt werden.

Im fünften Teil unserer Serie widmen wir uns dem Thema "Raumklima".

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